Liz Nugent ist eine der wirklich, wirklich, wirklich (hier fehlt irgendwie noch ein Ausrufezeichen!) wenigen Thriller-AutorInnen, die ich gerne lese. Ich möchte bei diesem Genre schon auch einfach nur unterhalten werden, aber psychologische Abgründe sind mir lieber als sprachliche. Und viele AutorInnen graben nicht nur nach Leichen im Keller, sondern scheinen mir auch auf der Suche nach dem absoluten Tiefpunkt des sprachlichen Ausdrucks. Liz Nugent jedenfalls beschränkt sich für mich gekonnt nur auf die psychologischen Aspekte - und dabei lotet sie so manchen dunklen Abgrund aus. Natürlich ist auch diese Geschichte ähnlich wie "Seltsame Sally Diamond" etwas konstruiert, aber sie funktioniert was (langsame) Spannung und Twists angeht wieder genauso gut für mich. Zwar ist Ruby Cooper (die titelgebende Figur ist schließlich die relevanteste) nicht ganz so interessant wie "Sally Diamond" im letzten Buch, aber hat ebenso nachvollziehbare soziale Defizite. Und mit diesen erzeugt die Autorin einen sehr schönen Spannungsbogen. Habe ich sehr gern gelesen.