Muthesius, einer der wichtigsten Theaterregisseure und Intendanten Deutschlands, ist tot. Diese Nachricht weckt bei seinem Sohn, künstlerischen Wegbegleiter*innen, Konkurrent*innen und Theatermitarbeiter*innen unterschiedlichste Erinnerungen an diesen schwierigen Mann, der mit seiner schroffen Art naturgemäß nicht nur Freunde hatte. Der Sohn hatte stets mit der Lieblosigkeit des Vaters zu kämpfen, die häufig wechselnden Geliebten waren entweder verfeindet oder wussten nichts voneinander, und die Künstler*innen wurden teils erniedrigt, teils hofiert. Jede dieser Personen erhält ihre eigene Stimme für Erinnerungen, Assoziationen und Gedankenspiele. Alain Claude Sulzer baut seinen Roman als klassisches Drama in drei Akten mit Prolog, Dramaturgie und Personenführung sind fulminant, die Sprache ist von eleganter Klarheit, und es sind ausreichend Fallstricke und Wendungen eingebaut, um das theaterbegeisterte Publikum zu fesseln - eine echte Empfehlung!