Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch mit einer derart ungewöhnlichen Heldin gelesen! Seit dem Tod ihrer Mutter zieht die junge Tibb Ingleby alleine als Landstreicherin durch die Lande. Es ist ein schweres Leben im ländlichen England des frühen 16. Jahrhunderts, denn das Vagabundieren ist verboten. Wer erwischt wird, dem brennt man ein V auf die Stirn, den meldet man der Kirche, der wird zu Zwangsarbeit der schlimmsten Art verdammt. Aber so naiv und kindlich Tibb auch wirken mag, ist sie doch mindestens genauso schlau und gewieft, und außerdem findet sie in Ivo einen Freund fürs Leben und in Ambrose den Mann fürs Leben. Und obwohl ein Zuhause nicht unbedingt ein Dach über dem Kopf sein muss, sondern genauso gut ein Mensch wie ein Ort sein kann, setzen die drei alles daran, sich ein solches zu schaffen. Dafür schmieden sie einen gleichermaßen aberwitzigen wie tollkühnen Plan, der auch eine Abrechnung ist mit der mächtigen Kirche und den Gräueln, die im Namen Gottes begangen werden. Rosanna Pikes Debüt ist eine rasante Abenteuergeschichte, ein Schelmenroman, ein Märchen – und ein Plädoyer für Toleranz. Und „Eine kleine Schwindelei“ erzählt nicht nur von einem Wunder – es IST ein Wunder! Also: Lesen, staunen, freuen. Sie werden sich in Tibb verlieben, garantiert.