„Im Nachhinein konnte Jenny Kaplan den Moment, in dem die Black Swan Farm ihr Leben übernahm, nicht mehr genau bestimmen. Nimmt das Leben seinen Lauf mit einem SCHNAPP!, sobald der Hase in der Schlinge hängt? Beginnt es, wenn der Hase den Köder erstmals erblickt? Oder fängt es noch viel früher an, nämlich bei dem Grund, warum der Hase überhaupt von der Falle angelockt wird?“ Wuuaah, ich bin total geplättet von diesem Buch! Da mir „Yesteryear“ von Caro Claire Burke ja so gut gefallen hat, war klar: Ich muss auch den Tradwife-Roman von Sarah Langan unbedingt lesen. Zunächst sind durchaus Parallelen zu erkennen – im ersten Drittel wird das angeblich so harmonische, gottesfürchtige und überperfekte Leben der beliebten Influencerin Mia Wright beschrieben und die Versuche der pfiffigen Journalistin Jenny Kaplan, die Unstimmigkeiten und Unwahrheiten dieser ach so heilen Welt aufzudecken. Dafür hat sie für eine Woche auf der idyllischen Black Swan Farm eingecheckt und soll am letzten Tag – so nach dem Motto „Freaky Friday“ – für vierundzwanzig Stunden Mias Rolle übernehmen. Wenn man dann aber weiß, dass die Autorin Sarah Langan Mitbegründerin des Shirley-Jackson-Awards ist, dann ist man nicht überrascht, dass sich zu all den Ungereimtheiten in Mias Alltag so nach und nach, zuerst langsam und fast unmerklich immer mehr Horrorelemente einschleichen. Was hat es mit Jennys seltsamen Träumen auf sich? Woran liegt es, dass Mias Kinder und ihr Ehemann so manches Mal in eine Art Schockstarre zu verfallen scheinen? Und was sind das für eigenartige Muster auf den Tapeten im Haus, die manchmal, gleich Hieroglyphen, Worte wie „Du“, „bist“ oder „mein“ zu bilden scheinen? Ich möchte an dieser Stelle gar nicht mehr verraten, denn jedes Wort zu viel könnte die Spannung, die sich beim Lesen immer stärker aufbaut, ruinieren. Eigentlich sind die anfangs zitierten Sätze schon zu viel des Guten. Ein bisschen „Rosemarys Baby“, ein bisschen „Shining“ – ein wirklich fesselndes Buch! -___________________________