Rachel Joyce Sommerhaus

»Vor der Kulisse des Piemont spielt dieser Familienroman, der sofort Bilder im Kopf hervorruft: die sommerliche Landschaft, Rückzug, Familie,nein Haus als Sehnsuchtsort. Perfekt für lange Urlaubstage.« Frankfurter Rundschau

Als der weltberühmte Künstler Vic Kemp seine vier Kinder mit dem Versprechen einer großen Neuigkeit zusammenruft, lassen die Geschwister alles stehen und liegen. Feierlich eröffnet ihnen der siebzigjährige Vic, dass er noch einmal heiraten wird, und zwar die 27-jährige Bella-Mae. Die Geschwister sind fassungslos. Kurz darauf wird ihr Vater tot aufgefunden, ertrunken in einem See, den er wie seine Westentasche kannte. Netta, Susan, Goose und Iris versammeln sich im Sommerhaus der Familie am italienischen Lago d‘Orta, um herauszufinden, was passiert ist. Dort treffen sie auf Bella-Mae, an die sie einige Fragen haben. Doch die junge Frau ist ebenso freundlich wie undurchschaubar. In der flirrenden Hitze dieses schicksalhaften Sommers bemerken die vier erst spät, dass es eigentlich Bella- Mae ist, die hier die Fragen stellt. Fragen, denen die Geschwister ein Leben lang ausgewichen sind.

Ein wahnsinnig raffiniert konstruierter Roman!
Die Ausgangslage:
Vic Kemper, ein weltberühmter Maler, macht seinen vier erwachsenen Kindern eine sensationelle Mitteilung. Er wird im Alter von 76 Jahren noch einmal heiraten. Seine Auserwählte – die Liebe seines Lebens, wenn man ihm Glauben schenken darf – heißt Bella-Mae und ist mit ihren siebenundzwanzig Jahren um einiges jünger als seine eigenen Kindern.
Als er kurz nach der Hochzeit unter mysteriösen Umständen in dem italienischen See, an dem das Sommerhaus der Familie liegt, ertrinkt, ist man als Leserin geneigt, in das Misstrauen der vier Geschwister einzustimmen.
Irgendetwas kann hier nicht mit rechten Dingen zugegangen sein, denn Vic kannte den See wie seine Westentasche und war ein hervorragender Schwimmer, und die frisch verwitwete Bella-Mae kann ihn doch unmöglich wirklich geliebt haben, sondern war nur auf sein immenses Vermögen und das Haus am See aus. Wurde sie wirklich von Vic noch zu Lebzeiten zu seiner Agentin gemacht, wieso ist sein Testament unauffindbar, was ist mit dem Gemälde, an dem er zuletzt gearbeitet hat und das sein Meisterwerk werden sollte, und was hat es mit dem dubiosen Laszlo auf sich, angeblich Bella-Maes Cousin, der gleich nach Vics Tod anfängt, mit ihr die Villa leerzuräumen?

Aber was, wenn alles ganz anders ist?
Rachel Joyce spielt gekonnt mit unseren Erwartungen – das, was wir nicht glauben können (oder wollen), kann auch nicht wahr sein – und es ist ebenso anrührend wie bittersüß, wie sich die vier Geschwister so nach und nach mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen und endlich die Erkenntnis zulassen können, wie übermächtig ihr Vater stets gewesen ist, ein hausgemachter Gott, und welchen Verrat er wirklich an ihnen begangen hat.
„Wenn jemand stirbt oder verschwindet, können wir nur Geschichten darüber erzählen, was vielleicht geschehen ist oder vielleicht als Nächstes hätte geschehen können. Und vielleicht geht es einfach nur um unser Bedürfnis nach Kontrolle, aber es ist einfacher, sich das Schlimmste vorzustellen, als einen Raum zuzulassen, in dem mehrere Dinge gleichzeitig wahr sein können.“