1960er Jahre, ein Dorf in England. Doktor Parry ist mit seiner Frau aufs Land gezogen, um der anspruchsvollen Familie in der Stadt zu entfliehen. Auf seinen Hausbesuchen kommt er einer Patientin etwas zu nahe, während seine schwangere Frau sich zuhause langweilt und sich mit den Vorbereitungen für eine Weihnachtsparty beschäftigt. Auf dem benachbarten Bauernhof leben zwei weitere Stadtflüchtlinge - Simmons will sich als Farmer etablieren und wälzt große Umstrukturierungspläne, während seine schwangere Frau, die eine schillernde Nachtclubvergangenheit hat, versucht, sich ans Landleben zu gewöhnen. Die beiden werdenden Mütter treffen aufeinander und freunden sich trotz aller Unterschiede an. Als dann ein gewaltiger Schneesturm übers Land fegt, brechen die mühsam aufgebauten Strukturen auseinander, und die Protagonist*innen sehen sich plötzlich mit existentiellen Fragen konfrontiert. Andrew Millers Roman zeichnet sich durch schlichte Eleganz aus und landete vollkommen zu Recht auf der Shortlist des Booker Prize 2025 (wäre eigentlich mein Favorit gewesen!) - eines meiner Bücher des Jahres 2025!
Andrew Miller Das Land im Winter
Von Liebe, Schuld und Einsamkeit in Zeiten des Umbruchs. Zwei junge Paare, deren Leben aus den Fugen gerät. Der gefeierte neue Roman von Andrew Miller. »Ein Buch, das durch Mark und Bein geht.« The Independent
England, Dezember 1962: Es ist der kälteste Winter des Jahrhunderts. Die Welt ist wie in Eis erstarrt. Der Arzt Eric Parry ist mit seiner Frau Irene vor Kurzem erst aufs Land gezogen. Die beiden erwarten ein Kind – und doch wächst die Distanz zwischen ihnen. Auch ihre Nachbarn Bill und Rita Simmons, Neuankömmlinge wie die Parrys, stecken in einer Krise. Bill, gescheiterter Oxford-Student, hat Schwierigkeiten, sich an das Leben auf dem Land zu gewöhnen, und Rita versucht, eine unrühmliche Vergangenheit hinter sich zu lassen. Während der Schnee unaufhörlich fällt, die Straßen unpassierbar macht und die Menschen in ihre Häuser verbannt, entladen sich die latenten Spannungen der beiden Paare. Nicht zuletzt wegen eines folgenschweren ärztlichen Fehlers, den Eric begeht.